Die Eisenbahn prägte die Region Kleve über mehr als ein Jahrhundert und war einst eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden. Bereits 1863 wurde die Bahnstrecke von Krefeld über Kleve eröffnet, zwei Jahre später folgte die internationale Verbindung nach Nimwegen. Bahnhöfe in Kleve, Kranenburg und Groesbeek entwickelten sich schnell zu bedeutenden Verkehrsknotenpunkten. Besonders in der Blütezeit vor dem Ersten Weltkrieg verkehrten internationale D-Züge zwischen Amsterdam, Köln und sogar bis nach Basel. Tausende Reisende nutzten die Strecke jährlich, und der Bahnhof Kleve galt als wichtige Drehscheibe am Niederrhein.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Region entstanden zahlreiche Fabriken und Unternehmen, wodurch der Güter- und Personenverkehr stark zunahm. Auch historische Ereignisse prägten die Strecke: 1909 besuchte Kaiser Wilhelm II. Kleve mit einem Sonderzug. In Kranenburg wurde später sogar die Zollabfertigung für internationale Reisende eingerichtet.
Nach den Weltkriegen verlor die Bahn jedoch zunehmend an Bedeutung. Der Ausbau des Straßenverkehrs und die steigende Nutzung von Autos führten nach und nach zur Einstellung vieler Verbindungen. Internationale Schnellzüge verschwanden Ende der 1980er Jahre, und 1991 fuhr schließlich der letzte planmäßige Zug auf der Strecke Kleve–Kranenburg–Nimwegen.
Doch die Geschichte der Bahn lebt weiter: Seit 2008 erinnert die Grenzland-Draisine an die traditionsreiche Eisenbahnverbindung. Heute können Besucher die ehemalige Bahnstrecke auf besondere Weise erleben – bei einer gemütlichen Draisinenfahrt durch die schöne Landschaft des deutsch-niederländischen Grenzgebiets.









